Eine Heimat - Ein Verein SG WEHRHEIM / PFAFFENWIESBACH
Eine Heimat - Ein VereinSG WEHRHEIM / PFAFFENWIESBACH

Tagestour zum Flutlichtspiel

Lauterns Ruben Jenssen feiert seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 für den FCK.
Gute Freunde halten zusammen, wenn es darauf ankommt. Eintracht-Fan Laurin Hansmann (li.) ist Keeper in der F-Jugend der SGWP und sein Kumpel und Mannschaftskollege Leopold Bloching (Innenverteidiger) hält es mit den Roten Teufeln.

sgwp/10.02.2016
Bericht der Tagestour auf den Betzenberg (FCK – Union Berlin, 05.02.2016)


Zu Besuch auf Deutschlands höchstem Fußballberg

Vier Tore – gute Stimmung – tolle Plätze und überall zufriedene Gesichter. Die Tagestour zum Zweitliga-Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Union Berlin ins Fritz-Walter-Stadion auf Deutschlands höchst gelegenen Fußballberg, den Betzenberg in Kaiserslautern, werden die 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach wohl so schnell nicht vergessen.

Jahr für Jahr wenden sich SGWP-Verantwortlichen um Marketingmitarbeiter Gerhard Strohmann an Vereine aus den Bundesligen und bitten um Sachspenden für die Weihnachtsfeier der Jugendlichen der SGWP. Nicht immer erhält der Verein eine Antwort, doch es gibt sie, die „Großen“, die auch die „Kleinen“ gerne unterstützen: Aufkleber von der der Frankfurter Eintracht, Wimpel vom FC Bayern München, Brotdosen vom 1. FSV Mainz 05.

Ende des vergangenen Jahres flatterte Post vom 1. FC Kaiserslautern in den Strohmannschen Briefkasten. Ein großer Umschlag – vielleicht ein Mannschaftsposter vom FCK?
Nein. Die Überraschung und Freude war groß, als sich darin nicht weniger als 30 Ehrenkarten für das Heimspiel des FCK gegen Union Berlin befanden. Sitzplatztickets auf der Gegengerade sowohl gültig für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Ein wirklich tolles Weihnachtsgeschenk für unsere Jugend“, freute sich nicht nur Gerhard Strohmann. Und der blickte schnell in den Terminkalender, um festzustellen, dass die Partie von der DFL bereits fest terminiert war für Freitag, 5. Februar 2016, 18.30 Uhr. Ein Flutlichtspiel auf dem Betze noch dazu!

Nun galt es, die Koordination für die Tour in die Pfalz zu klären.  Nichts lag näher, als diese in die Hände eines waschechten Lautrer Bubs zu geben: SGWP-Webmaster Andreas Bloching, in Kaiserslautern aufgewachsen, mit dem Betze quasi verheiratet und seit Kindesbeinen an - wie übrigens auch SGWP-Co-Trainer Patrick Eisenbarth - FCK-Fan. Und da auch Bloching-Sohnemann Leopold „Poldi“, der in der F-Jugend der SGWP einen klassischen Ausputzer gibt, als FCK-Anhänger ganz sicher würde mitfahren wollen, war klar, wer die Organisation zu übernehmen hatte.

„Wir haben die Teilnehmer für die Tagesfahrt schnell zusammengehabt und mit Frank Odenweller hatte ich auch noch eine prima Unterstützung bei der Organisation“, berichtet Bloching. Und so setzte sich am Nachmittag des 5. Februar ein Tross mit 28 Wehrheimern (2 hatten krankheitsbedingt kurzfristig absagen müssen) in mehreren Privat-Autos aus dem Taunus in Bewegung gen Kaiserslautern. Vom dortigen Messeplatz aus ging es zu Fuß hinauf „uff de Bersch“, wie man in der Pfalz sagt. Noch schnelle eine Stadionwurst zur Stärkung und dann ab auf die Plätze!

Gut 23.000 Zuschauer waren an diesem frühen Freitagabend ins knapp 50.000 Zuschauer fassende Stadion gekommen, das seit 1988 den Namen von Lauterns berühmtestem Sohn und Deutschlands Ehrenspielführer in Weltmeister von 1954, Fritz-Walter, trägt. Für ein Zweitligaspiel, in dem sich zwei  Teams aus dem Mittelfeld der Tabelle gegenüberstanden eine ordentliche Resonanz, wenngleich die ruhmreichen Zeiten des FCK schon ein paar Jahre her sind. Die Fans der Roten Teufel schwelgen angesichts der sportlich aktuell wenig erfolgreichen Zeiten nicht selten in Erinnerungen.

„Waren die schon mal Deutscher Meister?“, wurde Andreas Bloching von einem Jungspund der SGWP gefragt. „Vier Mal sogar! Zwei Meisterschaften habe ich selbst erlebt, da stand ich dort drüben bei den stimmgewaltigen Fans im legendären Block 8 in der Westkurve, das war im Jahr 1991, da war ich 17 Jahre alt. Und dann 1998, das war besonders schön, denn wir waren ein Jahr zuvor zum ersten Mal überhaupt in die Zweite Liga abgestiegen, da habe ich das einzige Mal überhaupt nach einem Fußballspiel geweint. Wir sind aber gleich wieder hoch und haben direkt die Deutsche Meisterschaft geholt. Das war einfach unglaublich und das wird es so wohl nie wieder geben“, gab es für den fragenden Nachwuchs gleich noch eine kurze „Geschichtsstunde“.

Nach dem „Betzelied“, der Vereinshyme des FCK und einem Lichtermeer brennender Wunderkerzen inmitten von geschwenkten Fahnen in Rot und Weiß auf der „West“ dann der Anstoß und ein - wir wollen ehrlich sein - doch eher mäßiges Spiel. Zweite Liga eben. Aber das tat der guten Stimmung im Block der SGWPler keinen Abbruch. Der FCK nutzte seine deutliche Überlegenheit in der ersten Halbzeit und nahm eine Führung mit in die Pause. In Durchgang zwei dann die Ernüchterung, zumindest für jene, die es mit den Lauterer hielten: Der FCK stellte das Spielen nahezu völlig ein und gab eine 2:0-Führung noch aus der Hand. Union machte aus zwei Chancen zwei Tore und so hieß es nach 90 Minuten aus Sicht des FCK „nur“ 2:2-Unentschieden. "Die sollten den Alex Meier kaufen, der hätte die zum Sieg geballert", ertönte es fast schon neunmalklug vom SGWP-Nachwuchs. Ja, kaufen, womit denn? Das fragte sich der Leid erprobte FCK-Fan und behielt die schon auf der Zunge liegende Gegenfrage dann doch besser für sich. Zweite Liga eben.  

2:2 - den Sieg verschenkt. Den Kindern war’s (fast) egal. „Vier Tore! Das ist doch Hammer!“, meinte einer. Andere Nachwuchskicker der SGWP analysierten da unverblümt weiter: „Da ist ja unsere Abwehr besser! Der darf da doch nicht so frei durchmarschieren“, so der Kommentar zum späten Ausgleichstreffer der Berliner, erzielt von Bobby Wood. „Aber der mit der 39 vom FCK ist richtig gut! Schnell und gefährlich“, hieß es unisono. Gemeint war Lauterns Jean Zimmer, ein Flügelflitzer, der immer Vollgas gibt… und der, wenn man den Gerüchten Glauben schenken mag, ja auch auf dem Wunschzettel von Eintracht steht. Den Eintracht-Freund mag das erfreuen, den Lautern-Fan wohl weniger, würde doch der nächste vielversprechende Nachwuchsspieler sein Glück in der 1. Liga suchen. Beim FCK ausgebildet, für 1,5 Millionen an den Main wechseln und wenig später schon mit einen Markwert von 13 Millionen an der Seite von Ibrahimovic & Co. mit PSG in der Champions League spielen - Kevin Trapp lässt grüßen. Ach ja, Champions League,  da war was. 1991/92 - Barcelona - 90. Minute - Bakero. Nein, daran wollen wir uns dann doch nicht erinnern. Nicht schon wieder weinen... 

„Wenn wir groß sind, spielen wir auch Bundesliga!“, tönte es auf dem Rückweg zum Parkplatz dann noch von den SGWP-Kids. Solche Art Selbstüberzeugung blieb wiederum von den Betreuern bei der Heimfahrt in den Taunus nicht unkommentiert „Lernt ihr erst mal eure Fußballschuhe richtig binden. Die Bundesliga kommt für euch noch früh genug!“ Gehört haben sie das wohl eher nicht. Müde und beseelt von einem erlebnisreichen Abend waren ihnen da schon die Augen auf der A63 zurück gen Norden zugefallen...

An dieser Stelle dankt die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach dem 1. FC Kaiserslautern für seine tolle Unterstützung. Wir kommen sicher gerne wieder!

Wähle Deine Sprache!
Choose Your Language!

WetterOnline
Das Wetter für
Wehrheim
mehr auf wetteronline.de
Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2015-2018 SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach